Niacinamid in Hautcremes


Wundermittel für reine Haut?
Frau cremt sich vor dem Piegel das Gesicht ein. Dem Inhaltsstoff Niacinamid wird viel Gutes zugesprochen - zu Recht?
Ground Picture/Shutterstock.com

Niacinamid ist ein fester Bestandteil vieler Hautcremes, Seren & Co. Das Versprechen: Das Vitamin soll die Haut glätten und Rötungen und Pigmentflecken reduzieren. Doch ist die Wirkung auch wissenschaftlich bewiesen?

Fester Bestandteil vieler Anti-Aging-Cremes

Niacinamid gehört zu den B-Vitaminen, es wird auch Vitamin B3 genannt. Über die Nahrung aufgenommen erfüllt das Molekül allerlei wichtige Funktionen im Stoffwechsel. Doch auch als Inhaltsstoff in Hautpflegeprodukten wie Gesichtscremes oder Seren ist Niacinamid beliebt. Denn das Vitamin hat sich in vielen Hautpflege-Studien bewährt:

  • Niacinamid reduziert Zeichen alternder Haut wie Rötungen, Altersflecken und große Poren. Deshalb ist Niacinamid ein beliebter Inhaltsstoff in Anti-Aging-Cremes.
  • An Zellkulturen zeigte sich, dass Niacinamid die Herstellung natürlicher Hautfette ankurbelt. Besonders trockene Haut könnte deshalb von Hautcremes mit Niacin profitieren.
  • Gleichzeitig hemmt das Vitamin die Talgproduktion und beugt so unreiner Haut vor.
  • Auch bei Hautkrankheiten wie der Akne oder dem bullösen Pemphigoid hilft Niacinamid, die Beschwerden zu lindern und das Hautbild zu verbessern.

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass einige Studien von den Herstellern der Hautpflegeprodukte finanziert wurden. Das bedeutet nicht, dass die Studienergebnisse grundsätzlich falsch sind, jedoch könnte es zu einer Verzerrung der Studienergebnisse geführt haben. Ob die Produkte auch für die eigene Haut funktionieren, muss deshalb jeder selbst ausprobieren.

Wirkstoffkonzentration beachten

Produkte mit Niacinamid enthalten das Molekül meistens in einer Konzentration zwischen 2 und 5%. Einige Seren enthalten auch bis zu 10% Niacinamid. Wer zu empfindlicher Haut neigt, sollte Produkte mit hoher Niacinamid-Konzentration aber mit Vorsicht anwenden. Selten kommt es nämlich zu einem „Niacin-Flush“ – einer vorrübergehenden Hautrötung, die durch eine gesteigerte Durchblutung der Haut verursacht wird.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung; Kerscher, Williams und Trüeb: Dermatokosmetik, Steinkopff, 2009

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