Fiebersaft nicht selbst mixen!


Schlechter Rat aus dem Internet
Einem kleinen, im Bett liegenden Kind wird Fieber gemessen. Wenn Fiebersäfte Mangelware sind, ist selbst mischen aber keine gute Idee.
Aleksandra Suzi/shutterstock.com

Flüssige Arzneien mit fiebersenkenden Wirkstoffen sind heutzutage schwer zu bekommen. Manche Eltern mixen in der Not den Fiebersaft fürs Kind nach Internetanleitung selbst an. Doch davon ist dringend abzuraten.

Tablette ins Wasser und auflösen…

Lieferengpässe gibt es momentan bei vielen Arzneimitteln. Typische Beispiele sind Krebsmedikamente, Hochdruckmittel und Antidiabetika. Aber auch Fiebersäfte mit den Wirkstoffen Ibuprofen und Paracetamol sind vielerorts Mangelware.

Findige Schlaumeier bieten im Internet eine Do-it-yourself-Lösung. So soll man z. B. eine Tablette Ibuprofen (400 mg) in ein Glas Wasser oder Apfelsaft geben und gut umrühren. Dann entnimmt man die benötigte Menge einfach mit der Spritze und verabreicht sie dem Kind in den Mund.

Es drohen Dosierungsfehler und Infektionen

Doch so einfach ist das nicht, betonen Pharmazeut*innen. Denn in Wasser oder Saft löst sich eine Ibuprofentablette nur teilweise auf. Der größte Anteil des Wirkstoffs bleibt ungelöst und die Feststoffpartikel sinken an den Glasboden. Auch kräftiges Umrühren oder Schütteln verbessert die mangelnde Löslichkeit nicht. Das Gleiche gilt für Paracetamol. Auch dieser fiebersenkende Wirkstoff weist in Tablettenform nur eine ganz begrenzte Löslichkeit in Wasser auf.

Die geringe Löslichkeit bewirkt, dass die Arznei im Wasser ungleichmäßig verteilt ist. Eine genaue Dosierung ist somit unmöglich, es drohen Unter- und Überdosierung des Medikaments. Eine weitere Gefahr liegt in der fehlenden Hygiene. Ohne Konservierungsmittel können sich in wässrigen Lösungen Keime gut vermehren und zu Infektionen führen.

Apotheker*innen können Suspensionen mixen

Viele Apotheken stellen aufgrund der Lieferschwierigkeiten Fiebersäfte selbst her. Denn Apotheker*innen haben die Expertise, aus Ibuprofen bzw. Paracetamol, einer Trägerlösung und einem Verdickungsmittel eine hygienisch einwandfreie und genau dosierbare Suspension zu mixen.

Für Kinder ab etwa drei oder vier Jahren ist auch die Einnahme fester Tabletten mit einem der fiebersenkenden Wirkstoffe eine Alternative. Hierbei muss man allerdings die altersentsprechende Dosierung berechnen. Das sollte keinesfalls in Eigenregie geschehen, sondern mit der behandelnden Ärzt*in oder in der Apotheke besprochen werden.

Zum Teilen von Tabletten ist ein Tablettenteiler zu empfehlen. Die halbe Tablette kann dem Kind dann auf einem kleinen Löffel mit etwas Joghurt oder Saft gegeben werden.

Quelle: pta heute

Das Team der St. Martins-Apotheke

Alle Mitarbeiter anzeigen

Ratgeber Thema im Januar

Was bei Nackenschmerzen hilft

Was bei Nackenschmerzen hilft

Medikamente, Wärme oder Schonen?

Nackenschmerzen sind häufig. Zum Glück steckt in den meisten Fällen keine ernste Erkrankung dahinter ... Zum Ratgeber

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

News

Ab in die Mucki-Bude!
Ab in die Mucki-Bude!

Migräneattacken vorbeugen

Migräneattacken lässt sich nicht nur mit Medikamenten vorbeugen. Auch Sport kann die Anfälle ausbremsen. Amerikanische Forscher*innen empfehlen dafür ein konkretes Fitnessprogramm.   mehr

Mit Omega-3 gegen Akne?
Mit Omega-3 gegen Akne?

Ernährung bei schlechter Haut

Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Wie gesund sie ist, hängt von äußeren und inneren Einflüssen ab – unter anderem der Ernährung. Eine kleine Studie hat nun untersucht, ob sich eine mediterrane Diät und Omega-3-Fettsäuren positiv auf Akne auswirken.   mehr

Notdienst oder Notaufnahme?
Notdienst oder Notaufnahme?

Oft hilft der Bereitschaftsdienst

Bei akuten Schmerzen ist oft unklar: Ist die Notaufnahme das Richtige, oder reicht ein Besuch in einer Praxis? Die Telefonvermittlung 116117 hilft bei der Entscheidung.   mehr

5 Mythen um die Wechseljahre
5 Mythen um die Wechseljahre

Lästiges Auf und Ab

Wenn der Östrogenspiegel sinkt, kann man nicht schwanger werden? Eine Hormontherapie macht Krebs? Und mit der Pille lässt sich die Menopause verschieben? Diese und weitere Annahmen zu den Wechseljahren halten sich beharrlich. Was stimmt davon?   mehr

Wie oft duschen mit Neurodermitis?
Wie oft duschen mit Neurodermitis?

Täglich oder wöchentlich

Die Haut von Menschen mit Neurodermitis reagiert auf viele Reize. Ob auch tägliches Duschen dazu gehört, haben britische Forschende untersucht.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
St. Martins-Apotheke
Inhaber Christian Welz
Telefon 08821/5 55 50
Fax 08821/7 95 24
E-Mail info@st-martinsapotheke.de