Nahrungsergänzung im Blick: Propolis


Sinn oder Unsinn?
Nahrungsergänzung im Blick: Propolis
kosolovskyy/Shutterstock.com

Nahrungsergänzungsmittel mit Propolis sind beliebt. Dem Bienenharz wird nämlich nachgesagt, vor oxidativem Stress, Krankheitserregern und sogar Krebs zu schützen. Doch ist das auch in wissenschaftlichen Studien bewiesen?

Naturprodukt aus dem Bienenstock

Propolis wird – genau wie Honig und Gelee royal – aus Bienenstöcken gewonnen. Den Bienen dient das Harz als Baumaterial und Konservierungsmittel. Als Nahrungsergänzungsmittel soll Propolis aber eine Reihe gesundheitsfördernder Effekte haben. Für die Wirkung sind angeblich die enthaltenen Flavonoide und Hydroxyzimtsäuren verantwortlich.

Nur wenige wissenschaftliche Studien

Das Problem: Je nach Herkunft, Jahreszeit und Futter der Bienen ist das Harz ganz unterschiedlich zusammengesetzt und hat deshalb auch immer leicht unterschiedliche Wirkungen. Dadurch ist eine Untersuchung in wissenschaftlichen Studien nur schwer möglich. Außerdem stützen sich die meisten Erkenntnisse über Propolis bisher auf Laborexperimente, Tierversuche oder Studien mit sehr wenigen Teilnehmern. Ob Propolis gegen bestimmte Krankheiten hilft und welche Dosis für die versprochenen Effekte notwendig ist, ist deshalb noch nicht eindeutig geklärt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit lässt deshalb keine Werbung mit Gesundheitsversprechen über Propolis zu.

Achtung Gesundheitsgefahr!

Doch nur weil aussagekräftige Studien fehlen, bedeutet das nicht, dass Propolis wirkungslos ist. Im Gegenteil: Viele Wissenschaftler*innen sehen in dem Harz ein potenzielles Naturheilmittel bei Hautkrankheiten, Herzkrankheiten oder auch Diabetes. Verbraucher*innen sollten aber folgende Tipps beherzigen, um der Gesundheit nicht schaden:

  • Auf den Pyrrolizidinalkaloid-Gehalt achten. Der Pflanzeninhaltsstoff ist in vielen Bienenprodukte enthalten und verursacht in hohen Mengen Schäden an Leber und Lungen und sogar Krebs. Ein Blick auf die Verpackung oder eine Anfrage beim Hersteller gibt Auskunft über den Alkaloid-Gehalt – er sollte weniger als 500 Mikrogramm pro Kilogramm betragen.
  • Vorsicht bei Allergien. Nahrungsergänzungsmittel mit Propolis lösen in seltenen Fällen gefährliche allergische Reaktionen aus. Besonders gefährdet sind Patient*innen, die an Asthma oder atopischen Erkrankungen wie Neurodermitis leiden oder eine Allergie gegen Wespen- oder Bienengift haben. Sie verzichten besser auf die Nahrungsergänzungsmittel.  

Quellen: Braakhuis 2019; Klartext Nahrungsergänzung; BFR; EU-Verordnung 2020/2040; EFSA

Das Team der St. Martins-Apotheke

Alle Mitarbeiter anzeigen

Ratgeber Thema im März

Der Fibromyalgie Einhalt gebieten

Der Fibromyalgie Einhalt gebieten

Schmerzen lindern, Schlaf verbessern

Chronische Schmerzen, die sich am ganzen Körper ausbreiten, Schlafstörungen und Erschöpfung - Fibrom ... Zum Ratgeber

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

News

Lungenkrebsscreening für Rauchende
Lungenkrebsscreening für Rauchende

Soll im April losgehen

Je eher man eine Krebserkrankung erkennt, desto besser kann man sie behandeln. Das gilt auch für den Lungenkrebs. Bisher gab es in Deutschland kein Lungenkrebs-Screening auf Kassenleistung. Das wird ab April 2026 endlich anders – zumindest für bestimmte Risikogruppen.   mehr

Schwangere sollten Jod einnehmen
Schwangere Frau bei der TAbeltteneinnahme. Jod ist einer der Mineralstoffe, die in der Schwangerschaft unbedingt ausreichend zu Verfügung stehen sollten.

Schon vor der Empfängnis starten

Schwangere brauchen vermehrt Jod – und das am besten schon vor der Empfängnis. Jodreiche Ernährung reicht für die Versorgung meist nicht aus. Expert*innen empfehlen deshalb, das Spurenelement in Form von Tabletten einzunehmen.   mehr

Zu müde für Sport?
Zu müde für Sport?

Aktiver mit Kaffee und Tee

Eine Tasse Tee oder Kaffee pro Tag verhilft Frauen zu einem aktiveren Lebensstil mit mehr sportlicher Bewegung. Australische Forscher führen dies auf den anregenden Effekt des Koffeins zurück.   mehr

Haferkur gegen hohes Cholesterin
Haferkur gegen hohes Cholesterin

Messbarer Effekt

Haferkuren wurden schon in früheren Zeiten bei Diabetes empfohlen. Nun hat eine Studie untersucht, ob eine 2-tägige Haferdiät auch den Cholesterinspiegel senken kann.   mehr

Medikament verzögert Typ-1-Diabetes
Medikament verzögert Typ-1-Diabetes

Vor allem Kinder profitieren

Ein Typ-1-Diabetes muss immer mit Insulin behandelt werden. Es sei denn, man erkennt ihn schon im Frühstadium: Dann kann man mit einem neuen Antikörper die Entwicklung der Erkrankung um etwa 2 Jahre aufhalten – und damit auch erst einmal das Insulinspritzen.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
St. Martins-Apotheke
Inhaber Christian Welz
Telefon 08821/5 55 50
Fax 08821/7 95 24
E-Mail info@st-martinsapotheke.de